It's like there has never been a problem
Fortsetzung meiner Geschichte - Nikolausgeschenk

Nachdem ich mich heute endlich von dem ganzen Schulkram erholen konnte, habe ich die nächsten Seiten meiner Geschichte abgetippt ... man ist das ne Arbeit! Die nächsten scann' ich einfach ein :P

Aber naja.. wer den Anfang verpasst hat:
http://wolkenherz.myblog.de/wolkenherz/art/7488749/Ego-streicheln-Fahigkeiten-ausbauen

Für alle anderen geht es jetzt hier weiter (fall ihr irgendwo noch eckige Klammern findet, der Teil in den Klammern wird nochma überarbeitet XDD ich hab versucht alle rauszusuchen, aber manchmal überseh ich welche.... einfach überlesen)    :

An einem der folgenden Tage erzählte ich Raymon von dem Vorfall. Ich war nicht zur Arbeit erschienen und er hatte schon befürchtet ich sei tot.
„Ich brauche eine Waffe!“
Ich hatte nicht vor Raymon von meinen eigentlichen Plänen zu erzählen – wahrscheinlich wäre er entsetzt, wie gefühlskalt ich wirklich war- aber Selbstschutz war ein Grund, den niemand in unserem Milieu ablehnen oder ignorieren konnte. Er beschaffte mir eine Handfeuerwaffe – ich würde sie ja Pistole nennen, aber sie war so klein, dass ich sie mit einem Feuerzeug verwechselt hätte- und ich bekam etwas Unterricht bei einem Bekannten von Ray. Wie ich erwartet hatte, war ich meistens eine hervorragende Schützin. Nur manchmal machte der Wein das Zielen etwas schwerer.

Ich hatte den Mord in dem U-Bahntunnel schon fast wieder vergessen, als eines Abends zur Hauptgeschäftszeit ein Mann im grauen Trenchcoat den Laden betrat. Er war kein Freier, das sah ich auf den ersten Blick, aber was war dann seine Absicht? Er strich sich die nassen schwarzen Locken aus dem Gesicht. Das es draußen in Strömen regnete, schien ihn absolut unberührt zu lassen. Obwohl er zielstrebig auf die Bar zuging, erkannte ich, dass er insgeheim alles analysierte. Den Bruchteil einer Sekunde trafen sich unsere Blicke. Seine (grauen) Augen fesselten mich sofort und ich fühlte mich wie das Kaninchen, das dem Fuchs gegenüber saß.  [… Ein ganz anderes Gefühl, als ich es in dem Tunnel gehabt hatte. …] Dieser Mann sah alles. Es schien, er kannte alle meine Gedanken.

Der Fremde lehnte sich über die schwarze Glastheke und sprach eindringlich auf Raymon ein. Als dieser sich abwehrend weg drehen wollte, stellte der andere meinen kaputten Samtpumps auf die Theke. Augenblicklich legte sich eine kalte Schlinge um mein Herz. Er wusste es! Nein. Er zog die falschen Schlüsse.
Ich rückte mit meinem Stuhl zurück, so dass ich beiden gerade so ins Gesicht sehen konnte; mit etwas Konzentration war ich in der Lage das Gespräch von ihren Lippen abzulesen. Zum Glück beschäftigte sich mein Kunde gerade mit einem anderen Mädchen.
Das Gespräch handelte wirklich von dem Mordfall im Tunnel. Der Mann im Trenchcoat wollte wissen, welcher Dame dieser Schuh gehörte. Sie sei eine wichtige Zeugin für die Polizei. Natürlich, dachte ich, jeder hier wusste, dass das ein dummer Trick war und niemand würde ihm antworten. Jedem hier musste klar sein, dass es mein Schuh war, denn die neuen, die Raymon mir geliehen hatte, passten kaum zu meinem Kleid.

An der Bar versuchte Ray noch immer den unerwünschten Gast los zu werden. Trotz meines Verhaltens in den letzten Wochen – ich war launisch, noch unzuverlässiger als sonst und wirklich aggressiv wenn ich meinen Stoff nicht rechtzeitig bekam- ich war immer noch das beste Pferd in diesem Stall und Ray würde mich niemals hergeben. Der Fremde machte einen weiteren Versuch. Er behauptete, den Fall schon gelöst zu haben, der Polizei aber durch eine Zeugin viel Arbeit ersparen zu wollen. Statt ihm zu antworten, legte Ray ihm mürrisch eine Getränkekarte hin. Schließlich gab der Schwarzhaarige auf und verließ die Theke, stattdessen steuerte er nun geradewegs auf mich zu. Dicht neben mir blieb er stehen und schwieg. Ich roch den Regen, der an seinem Mantel trocknete, einen Hauch von Aftershave, Zigaretten und – war das Alkohol? Hatte er im Dienst getrunken?
Ich reagierte nicht auf ihn, bemerkte aber, dass mein Kunde immer nervöser wurde. Im Augenwinkel sah ich, wie sich der Fremde bewegte und drehte mich ruckartig zu ihm um. Anders als erwartet, hielt er mir nur eine Visitenkarte hin: Inspektor Lestrade, las ich. Er war also wirklich ein Polizist. Ich nahm ihm die Karte nicht sofort ab und wich seinem Blick nicht aus; diesmal war ich auf die fesselnden Augen vorbereitet.
„Sie sollten sich bei diesem Mann melden, falls Sie sich doch noch erinnern.“ Ich schaute noch einmal auf die Karte, musterte seine Hand, die blasse Haut, die schmalen Finger; diesmal nahm ich ihm die Karte ab.
Ohne ein weiteres Wort machte er sich auf, den Laden zu verlassen, dich ich konnte mich noch nicht aus seinem Bann lösen. Meinen Kunden missachtend, folgte ich dem Unbekannten bis zur Tür und rief ihm in den Regen hinterher: „Und wer schickt mich?“ Er blieb nicht stehen, drehte sich aber leicht aus dem Oberkörper zu mir. Ich war mir sicher ein Lächeln erkennen zu können. „Sherlock Homes.“
Die Wassertropfen bildeten ein Rinnsal über sein Gesicht und zum ersten Mal in meinem Leben wünschte ich mir, dass ein Mann blieb.

Er kam nicht zurück

7.12.11 22:17
 


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